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Erneuter Nachweis des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa in Windsberg – Weitere Untersuchungen und Maßnahmen laufen

Nachdem die Stadtwerke Pirmasens die betroffenen Leitungen intensiv gespült haben, zeigt sich weiterhin eine positive Entwicklung: Die Keimzahl sinkt. Das hatten bereits die am 25. September entnommenen Proben ergeben. Von insgesamt zehn untersuchten Proben waren sieben ohne Nachweis von Pseudomonas aeruginosa. Nur in drei Proben wurde das Bakterium in geringer Anzahl nach wie vor festgestellt. Die nun vorliegenden Ergebnisse der Folgebeprobung zeigen jedoch, dass im betroffenen Gebiet in besagten drei Proben weiterhin vereinzelt Nachweise auftreten.

Die Stadtwerke Pirmasens setzen ihre Maßnahmen zur Eingrenzung und Beseitigung konsequent fort. Als unmittelbare Reaktion auf die aktuellen Untersuchungsergebnisse werden alle von den Befunden betroffenen Unterflurhydranten kurzfristig ausgetauscht. Darüber hinaus passt der Versorger seine Beprobungsstrategie an: Künftige Wasserproben werden verstärkt an Hausanschlüssen innerhalb des betroffenen Versorgungsgebietes entnommen. Ziel ist es, die tatsächliche Situation noch genauer zu bewerten und die Wasserqualität möglichst unmittelbar im Bereich der angeschlossenen Gebäude zu untersuchen. Die bisherigen Untersuchungen an Unterflurhydranten liefern wichtige Hinweise für die Bewertung des Versorgungsnetzes. Da die Probenahme an Hydranten durch örtliche Gegebenheiten im Hydrantenschacht sowie durch äußere Einflüsse beeinflusst werden kann, werden die Untersuchungen nun gezielt um Proben an Hausanschlüssen ergänzt. Dadurch können mögliche Einflüsse auf die Probenahme weiter minimiert und die Aussagekraft der Untersuchungsergebnisse erhöht werden. Die angepasste Vorgehensweise ermöglicht zudem eine zuverlässige Fortführung der Untersuchungen auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen, beispielsweise bei Niederschlägen.

Die Stadtwerke Pirmasens führen ihre umfangreichen Netzspülungen auch weiterhin fort und bewerten die Situation fortlaufend anhand der Untersuchungsergebnisse in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Südwestpfalz.

Bis auf Weiteres bleiben die Empfehlungen für Personen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko bestehen. Dazu zählen insbesondere Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Säuglinge und Kleinkinder. Für diese Personengruppen gelten weiterhin die bereits veröffentlichten Empfehlungen zum vorsorglichen Abkochen von Trinkwasser:

Zum Abtöten der Krankheitserreger muss das Trinkwasser aus der Leitung einmal kurz kräftig sprudelnd aufgekocht werden. Wenn das Wasser abgekühlt ist, kann es verwendet werden. Das ist insbesondere in folgenden Fällen notwendig:

•         Trinken, Getränkezubereitung (zum Beispiel Eiswürfel)

•         Zubereiten von Lebensmitteln

•         Waschen von Obst, Gemüse, Salat oder anderen Lebensmitteln

•         Medizinische Zwecke (z.B. Wundreinigung, Nasenspülen)

•         Zähneputzen

•         Geschirrabwasch von Hand

•         Trinkwasser für empfindliche Haustiere

Kein Abkochen ist nötig für eine allgemeine Reinigung, die Toilettenspülung, den Geschirrspüler und das Wäschewaschen mit der Waschmaschine. Duschen und Baden sind für gesunde Personen bei intakter Haut unproblematisch, solange das Wasser nicht geschluckt wird. Personen mit offenen Wunden, stark geschwächtem Immunsystem oder invasiven medizinischen Zugängen sollten nicht mit unbehandeltem Leitungswasser duschen oder baden.

Das Gesundheitsamt rät zudem, bis zur vollständigen Beseitigung der Verunreinigung Mineralwasser zum Trinken und zur Zubereitung von Säuglingsnahrung zu verwenden.

Für die betroffenen Anwohner in Windsberg haben die Stadtwerke wie berichtet Gutscheine für den Eintritt ins PLUB zur Verfügung gestellt, damit die Anwohner dort duschen können. Sollten einzelne Haushalte diese bislang nicht erhalten haben, werden sie gebeten, sich unter Angabe ihrer Wohnadresse an die Stadtwerke Pirmasens zu wenden.

Über weitere Untersuchungsergebnisse sowie mögliche Anpassungen der Maßnahmen werden die Stadtwerke Pirmasens und das städtische Gesundheitsamt zeitnah informieren.

 

Hintergrund:

Im Rahmen einer routinemäßigen Beprobung haben die Stadtwerke Pirmasens in Teilen von Windsberg im Trinkwasser das Bakterium Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen. Betroffen ist nach aktuellem Kenntnisstand der obere Bereich des Ortsteils Windsberg. Hierzu zählen die Straßen Am Emmersberg, Am Feld, Am Immenborn, Am Rederwald, Aussiedlerhof, Castellstraße, Emmersweiler Straße, Frühlingstraße, Harzhütterstraße, die Hochwaldstraße bis zur Einmündung der Langenbergstraße sowie die Langenbergstraße und die Römerstraße.

 

Pseudomonas aeruginosa ist ein Bakterium, das in der Umwelt weit verbreitet ist – zum Beispiel in Wasser, feuchten Bereichen und auf Oberflächen. Bei gesunden Menschen verursacht dieses Bakterium in der Regel keine Beschwerden. Problematisch kann es werden, wenn es in Wunden, in die Harnwege, in die Lunge oder in die Blutbahn gelangt – insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder nach Krankenhausaufenthalten.