„Mit dem kommunalen Gesundheitsbericht schaffen wir erstmals eine umfassende gemeinsame Datengrundlage für die Region. Er soll dabei helfen, gesundheitliche Entwicklungen sichtbar zu machen, Unterschiede und Handlungsbedarfe zu erkennen und eine fundierte Diskussion darüber zu ermöglichen, wo wir auf kommunaler Ebene Einfluss nehmen können“, erklärt Landrätin Dr. Susanne Ganster.
Gesundheit wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Neben der medizinischen Versorgung spielen unter anderem die soziale Lage, die Wohn- und Lebensbedingungen, Umweltfaktoren sowie die Möglichkeiten zur Teilhabe eine wichtige Rolle. Dabei unterscheiden sich gesundheitliche Rahmenbedingungen auch innerhalb einer Region.
Die kommunale Gesundheitsberichterstattung trägt diesem regionalen Bezug Rechnung. Sie führt unterschiedliche Daten zur gesundheitlichen Situation und zur Versorgung der Bevölkerung zusammen und ermöglicht damit eine kleinräumige Betrachtung. So können Zusammenhänge sichtbar und Handlungsbedarfe ausgemacht werden. Der Gesundheitsbericht gibt einen Überblick über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung in der Südwestpfalz. Betrachtet werden dabei sowohl gesundheitliche Entwicklungen als auch die Rahmenbedingungen, die Gesundheit beeinflussen können.
Im Mittelpunkt stehen vier Bereiche:
Bevölkerung und soziale Lage: Hierzu gehören unter anderem die Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur sowie Daten zu Menschen mit Behinderung, mit Migrationshintergrund und zu Schutzsuchenden. Darüber hinaus werden Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit, Einkommen, Grundsicherung und Bildungsstand betrachtet.
Gesundheitsrelevante Umweltfaktoren: Der Bericht betrachtet unter anderem die Themen Luft, Badegewässer und klimatische Veränderungen und damit Umweltbedingungen, die sich auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken können.
Gesundheitszustand: Betrachtet werden unter anderem Sterblichkeit und Todesursachen, Suizide, häufige Erkrankungen, Krankenhausdiagnosen, Krebserkrankungen und Infektionskrankheiten.
Gesundheitliche Versorgung: Der Bericht gibt einen Überblick über die ambulante und stationäre Versorgung, über Pflege, Rettungsdienst, Apotheken, den Öffentlichen Gesundheitsdienst sowie Angebote und Strukturen der Prävention und Gesundheitsförderung.
Zahlreiche Daten zusammengeführt
Für den Bericht wurden Daten unterschiedlicher regionaler und überregionaler Quellen zusammengeführt. Neben Daten der Kreisverwaltung Südwestpfalz, unter anderem aus dem Gesundheitsamt, dem Sozialamt und dem Referat Rettungsdienst, Brand- und Bevölkerungsschutz wurden Daten verschiedener Landesbehörden und weiterer Institutionen einbezogen. Dazu zählen das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz, die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz, Krankenkassen und das Krebsregister Rheinland-Pfalz sowie Daten des Statistischen Landes- und Bundesamtes.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass statistische Daten nicht alle gesundheitsrelevanten Sachverhalte gleichermaßen abbilden können. Der Bericht versteht sich daher als eine erste Bestandsaufnahme, die in der Folge durch weitere Schwerpunktberichte ergänzt werden soll.
Ausgangspunkt für kommunale Gesundheitskonferenz
An die Veröffentlichung des Berichts schließt sich Anfang 2027 die kommunale Gesundheitskonferenz für die Südwestpfalz an. Der Bericht bildet die fachliche und datenbasierte Grundlage. Er soll jedoch nicht als Grundlage für eine bereits vorgegebene Maßnahmenplanung verstanden werden. Vielmehr soll er eine gemeinsame Informations- und Diskussionsgrundlage für die unterschiedlichen Akteure schaffen.
Bei der kommunalen Gesundheitskonferenz sollen Vertreter aus Politik und Verwaltung, kommunaler Planung, Gesundheitswesen und Pflege, Sozialbereich, Wohlfahrts- und Fachverbänden, Beratungsstellen, Krankenkassen, Bildung und Arbeitsmarkt sowie weiteren relevanten Bereichen zusammenkommen. Im Mittelpunkt der Gesundheitskonferenz steht die gemeinsame Verständigung darüber, welche gesundheitlichen Herausforderungen für die Region besonders relevant sind und wo konkrete kommunale Handlungsmöglichkeiten bestehen. Auf dieser Grundlage sollen gemeinsame Handlungsfelder für die weitere Zusammenarbeit festgelegt werden.
Gesundheitsbericht als gemeinsame Grundlage
Der Gesundheitsbericht richtet sich an die Bürger der Region ebenso wie an politische Entscheidungsträger sowie an Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.
Gesundheit ist eine gemeinsame Aufgabe und wird nicht allein im Gesundheitswesen gestaltet. Die Bedingungen, unter denen Menschen leben, arbeiten und aufwachsen, haben einen wesentlichen Einfluss auf ihre Gesundheit. Der kommunale Gesundheitsbericht soll dazu beitragen, gesundheitliche Entwicklungen in der Region sichtbar zu machen und eine gemeinsame Grundlage für den Austausch und die weitere Zusammenarbeit zu schaffen.
Der Bericht ist auf der Internetseite der Kreisverwaltung unter https://www.lksuedwestpfalz.de/buergerservice/abteilungen/gesundheitswesen/gesundheitsfoerderung/gesundheitsberichterstattung/ öffentlich abrufbar.
