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KomBus 2.0: Gesundheitsamt und Gartenamt testen digitales Tool – Für mehr Bewegung auf Spielplätzen und Schulhöfen

In Deutschland sind laut der KiGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) des Robert-Koch-Instituts etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht und etwa sechs Prozent von Fettleibigkeit betroffen. Attraktive und zugleich sichere Bewegungsräume sind besonders wichtig, um die körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Anhand eines Fragebogens konnten Schüler, Lehrer, Eltern und weitere Interessierte im November zwei Spielplätze und drei Schulhöfe in Pirmasens auf ihre Bewegungsfreundlichkeit hin bewerten. Die Umfrage lief anonym ab und dauerte 15 Minuten. Die Befragten konnten vor Ort vorbeikommen oder alternativ einen QR-Code scannen, um mitzumachen. Unter die Lupe genommen wurden die Spielplätze Neue Häfnersgasse und am Achterdenkmal in der Strobelallee sowie die Schulhöfe der Grundschulen Horeb und Robert-Schuman sowie der Käthe-Dassler-Realschule plus, allesamt in Pirmasens.

Insgesamt wurden 176 Fragebögen ausgefüllt, worauf der größte Anteil mit 123 Bögen auf die Käthe-Dassler-Realschule plus entfiel. Die weiteren Spielorte kamen auf jeweils zehn bis 17 Fragebögen. 57 Prozent der Teilnehmenden waren Kinder und 23 Prozent Jugendliche. Diese insgesamt 80 Prozent stammen also aus der Gruppe der Hauptnutzer von Schulhöfen und Spielplätzen. Die restlichen 20 Prozent setzen sich aus Erwachsenen, Erziehungs- sowie Sorgeberechtigten, Angehörigen der Schulen, der Verwaltung und der Hochschule Heidelberg zusammen.

Durchschnittlich erreichten die begutachteten Orte 25 von 50 erreichbaren Punkten. Abgefragt wurden die fünf Bereiche Sicherheit, Zustand und Sauberkeit, Gestaltung und Ausstattung, Zugang und Umgebung, Inklusion und Barrierefreiheit. Hier pendelte sich die durchschnittliche Bewertung bei fünf von zehn möglichen Punkten ein.

Einige Orte ragen aus dem Durchschnitt heraus. Der Schulhof der Grundschule Horeb punktete insgesamt etwas höher als die anderen Spielorte. Bei Gestaltung und Ausstattung sowie Zugang und Umgebung erhielt er die höchste Bewertung. Der Schulhof der Käthe-Dassler-Realschule plus punktete insgesamt etwas niedriger als der Durchschnitt. Er schnitt bei Zustand und Sauberkeit sowie Inklusion und Barrierefreiheit schlechter ab als der Durchschnitt. In punkto Sicherheit stach der Spielplatz in der Neuen Häfnersgasse positiv hervor.

Das digitale Bewertungstool ist nützlich für die Bürgerbeteiligung, wenn es etwa um ein erstes grobes Meinungsbild zu Planungsvorhaben geht. Es ermöglicht Information und Einbeziehung. Insbesondere die Einbindung der Kinder und Jugendlichen als Hauptnutzer der Spielorte war allen Projektbeteiligten wichtig.

Wie geht es nun weiter? Mit Anpassungen und Verbesserungen, gemäß dem Motto „Mitreden, mitplanen, mitgestalten“. Mitbestimmung und Entscheidungskompetenz stehen im Vordergrund. Denn wer Kinder und Jugendliche aktiv in Entscheidungsprozesse einbezieht, stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihre sozialen Fähigkeiten und ihr Verantwortungsbewusstsein. Somit animiert das Projekt am Ende nicht nur zu mehr Bewegung an attraktiveren Spielorten, sondern bietet auch einen gesellschaftlichen Mehrwert.

Nach der Pilotphase wird das digitale Erhebungstool weiterentwickelt. Im Sommer soll es der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Der Jugendstadtrat Pirmasens hat bereits großes Interesse bekundet. Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung und das Gartenamt der Stadtverwaltung Pirmasens bedanken sich bei allen, die mitgemacht haben, für ihre Zeit, neue Anregungen und den wertvollen Austausch; alle sind gespannt auf die Umsetzung.