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Beim Rheinland-Pfalz-Tag im Gespräch mit Ministerin Binz

Engagierte junge Menschen aus Vereinen im Landkreis 

Zum Auftakt freitags fuhren die BetreuerInnen der Kreisfeuerwehr Lukas Veid (Feuerwehr Bottenbach) und Analena Borne (Feuerwehr Rieschweiler), sowie Katharina Auer von der katholischen jungen Gemeinde Ruhbank, Lemberg, Erlenbrunn und Simten (KjG RuLeS in der BDKJ; Deutsche Katholische Jugend), Verena Lehmann und Nadine Helfrich von der evangelischen Jugend des CVJM Waldfischbach, Nils Raab vom TV Lemberg und Marc-Kevin Schaf SV Lemberg (Sportjugend Pfalz) mit Kreisjugendpfleger Jens Seegmüller und dem ehrenamtlich begleitenden Philipp Andreas zum Jugendtalk nach Mainz.

Initiator Jens Seegmüller, Geschäftsführer des KJR und Jugendpfleger, war es ein besonderes Anliegen und sehr wichtig, den aktiven jungen Menschen mit der Teilnahme an diesem außergewöhnlichen Austausch, die Wertschätzung für ihre Arbeit zu zeigen. Schließlich bringen sich die Teamer damit stark in die Vereine und für die Gesellschaft ein, gestalten mit und übernehmen selbst Verantwortung.

Sie traten vor Ort auch direkt mit Katharina Binz, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz, in Kontakt stellten ihr wissbegierig Fragen. Binz nahm sich viel Zeit für die Themen der jugendlichen VereinsvertreterInnen und sprach mit Ihnen über Ihre aktuellen Probleme in den Vereinen.

„Jugendarbeit braucht Ehrenamt und ich will junge Menschen dazu ermutigen, sich zu engagieren. Ich weiß, dass viele Vereine und Verbände pandemiebedingt vor der Herausforderung stehen, Nachwuchs zu gewinnen. Mit unseren Programmen unterstützen und fördern wir das Ehrenamt aktiv. So können sich ehrenamtlich und leitend in der Jugendarbeit tätige Personen bei ihrem Arbeitgeber freistellen lassen und einen Ausgleich von bis zu 70 Euro pro Arbeitstag erhalten. Obendrein können ehrenamtlich tätige Jugendleiterinnen und -leiter sich ihre Tätigkeit über den Erwerb der Jugendleiter:innencard zertifizieren lassen und erhalten auf diese Weise attraktive Vergünstigungen, beispielsweise beim Besuch kultureller Veranstaltungen“, wirbt Jugendministerin Katharina Binz für das Engagement in diesem Bereich.

In Deutschland ist freiwilliges Engagement in hohem Maße organisationsgebunden. Es erfolgt vorrangig in zivilgesellschaftlichen Organisationen, wie Vereinen, Stiftungen oder anderen gemeinnützigen Rechtsformen. Von den in Deutschland derzeit etwa 600.000 registrierten Vereinen stützt sich eine große Mehrheit (rund 81 Prozent) ausschließlich auf ihre Engagierten, welche zum Erhalt der Vereine beitragen. Diese haben keine hauptamtlich bezahlten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darüber hinaus entsteht ein solches Engagement häufig im lokalen Umfeld und wird dort auch gelebt. So bleibt die Kommune nach wie vor der wichtigste Ort in dem freiwilliges, bürgerschaftliches Engagement – und das überwiegend vereinsbasiert – stattfindet.

In jüngerer Zeit signalisieren jedoch Vereinsvertreter, dass sich gerade junge Engagierte auf der lokalen Ebene rarmachen. Auch würde es zunehmend schwieriger, sie dauerhaft für ein Engagement im Verein zu gewinnen. Ihre Erfahrungen aus der Praxis werden auch von Studien untermauert. Beispielsweise ist in Zivilgesellschaft KONKRET 4/2014 von der Bertelsmann-Stiftung bereits aufgezeigt, dass für einen Teil der Sportvereine die Bindung und Gewinnung von Mitgliedern und ehrenamtlichen Führungskräften ein existenzielles Problem darstellt.

Denkt man dies weiter, stellt sich die Frage: Ist eine Kommune vorstellbar, in der Vereine überaltern und in denen soziale, kulturelle und politische Themen ausschließlich von und zwischen den älteren Generationen be- und verhandelt werden? Junge Menschen sind die Zukunft einer jeden Gesellschaft. Ihr Engagement trägt nicht nur dazu bei, die zahlreichen Vereine in der Südwestpfalz und in ganz Deutschland langfristig lebendig zu halten, es sichert und bereichert das kommunale Leben auch in einem entscheidenden Maße. Nicht zuletzt aus diesem Grund war es wichtig, die jungen BetreuerInnen ins Vereinsleben einzubinden und ihre Arbeit dort mit dieser Visite wertzuschätzen.